Widerstand & Verfolgung

Ein Bescheidener Held

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Ein Bescheidener Held

Nicolas Winton ein stiller Held LAC BBS1938 waren das Sudetenland und die Tschechoslowakei bereits von den Nazis besetzt. Sie war auf Betreiben von Nazi -
Deutschland nach dem Münchner Abkommen von Herbst 1938 auf einen Rumpfstaat um die Hauptstadt Prag herum geschrumpft.
Nach dem Münchner Abkommen wollte Hitler sich das Sudetenland einverleiben und die Restliche Tschechei zerschlagen.

Die Wehrmacht marschierte Mitte März 1939 in Prag ein. Die Nazis errichteten dort ein brutales Besatzungsregime.

Eigentlich wollte Sir Nicolas Winton damals in den Skiurlaub fahren. Doch nur aufgrund einer Einladung von Freunden kam er
dann 1938 nach Prag, wo ihm ein Hilferuf aus Prag ereilte. Durch seine eigene Herkunft her sensibilisiert hatte er Entschlossen zu helfen.

 

Winton kam am 19. Mai 1909 als Sohn der Familie Wertheimer zur Welt, zwei Jahre nachdem das Paar aus Deutschland nach
Großbritannien ausgewandert war. Die Eltern waren vom Judentum zum Christentum konvertiert und änderten den Namen in
Winton. Nicolas Winton arbeitete später für mehrere Bankhäuser. Unter anderen in England, Hamburg ( L.Behrens Söhne), Berlin ( Deutsche Bank unter Oskar Wassermann) und ab 1931 bei der Banque Nationale du Credit in Paris, diespäter zur BNP Paribas wurde.
Nach seiner Rückkehr nach London arbeitete er als Broker. In Prag dann wollte er dann Helfen. Er wollte nach seiner Rückkehr die Ausreise zumindest für Kinder ermöglichen. Dies Gelang ihm von London aus mit einem Prager Gewährsmann, durch Finden von Adoptiveltern, Sammeln von Geld für Visa.
Kautionen und Reisekosten für Kindertransporte. Ein britisches Gesetz (Refugee Children Movement ) das nach dem
Novemberpogromen zustande kam, ermöglichte ihm zu veranlassen, dass Kinder unter 17 Jahren in Großbritannien als Kriegsflüchtlinge ohne Begleitung nach England flüchten konnten und dort ein neues zu Hause fanden. Er trieb die Garantiesumme von 50 Pfund pro Kind auf - heute wären das etwa 3500 €.

Der Börsenmarkler suchte unermüdlich Pflegefamilien in Großbritannien und anderen Ländern.
Er sagte: Wenn es nicht unmöglich ist, dann gibt es einen Weg, wurde zu seinen Lebensmotto. Trotz des weiteren Einmarsches der Deutschen machte Winton unbeirrt weiter. Acht Züge mit 669 tschechischen Kindern erreichten sicher London. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges duldete das Nazi Regime diese Transporte. Doch der letzte und größte Zug, der für den 3. September 1939 geplant war, durfte Prag am Tag nach Kriegsbeginn nicht mehr verlassen.
Heute geht man davon aus, dass die meisten der 250 Kinder in Konzentrationslager starben. Über seine Rettungsaktion machte er jahrzehntelang kein Aufhebens. Er schwieg 50 Jahre über seine Heldentaten. Erst als seine Frau 1988 auf dem Speicher einen alten Koffer mit Dokumenten und Tagebüchern entdeckte gelangte diese Geschichte an die Öffentlichkeit.

Ankunft KZ Ausschwitz Birkenau & Tod  Bild 765 S410
Denn bis dahin wusste niemand außer Winton und seine Gefolgsleute nicht wer den Kindern das Leben rettete. Die ehemaligen Kinder glaubten bis dahin an eine Rettungsaktion vom Roten Kreuz.

1988 brachte dann eine Fernsehsendung die ehemaligen Kinder, die schon selber nachkommen haben und deren Familien die mehr als
5000 Mitglieder zählten (Nachkommen, Anhang und Enkel, Urenkel) mit ihren Retter Sir Nicolas Winton zusammen. Er war beim Wiedersehen den Tränen gerührt.
2003 wurde er für seine heldenhaften Taten zum Ritter geschlagen. In Tschechien gilt er als "Britscher Oskar Schindler" der auch mehrere Tausend Juden vor dem Holocaust gerettet hatte. Am 29. Oktober 2014 zeichnete ihm der tschechische Präsident Milos Zeman mit der höchsten Auszeichnung seines Landes aus.
Dem Orden des Weißen Löwen. "Besser jetzt, als nie", sagte Zeman und entschuldigte sich für die späte Ehrung. Während dieser bewegenden Zeremonie im Thronsaal der Prager Burg waren auch sieben der Kinder dabei. Sichtlich gerührt sagte Winton: "Ich bin froh, das so viele von ihnen heute unter uns sind!" Schulkinder hielten Kinderfotos der Geretteten
hoch.

Winton bedankte sich bei allen die ihm damals bei dieser Rettungsaktion geholfen hatten. Er sagte: "Das Problem sei damals
gewesen dass nur wenige Länder, darunter auch Großbritannien unbegleitet Kinder aufnehmen wollten. Viele Politiker begriffen nicht, was auf dem Kontinent geschah!" Der tschechische Präsident Zeman lobte Wintons Lebensgeschichte als ein Beispiel von Menschlichkeit und persönlichen Mut.
Als ein "Zeichen der Demut" setzte sich das Staatsoberhaupt über alle protokollarischen Regeln hinweg. Denn zum Abschluss der feierlichen Zeremonie schob Er Winton im Rollstuhl selbst aus dem Saal. Sir Nicolas Winton wurde 2008, 2011 und 2013 mit mehreren tausend Unterschriften zum Friedensnobelpreis nominiert. Leider wurde ihm diese Anerkennung für seine Aufopferung, Menschlichkeit und seinen Heldenmut bis heute nicht zuteil. Ich Persönlich bin der Meinung das er ihn verdient hat. Und man ihm diese Anerkennung zugestehen sollte.
Denn es gibt selten Menschen, die sich für andere so aufopfern wie Sir Nicolas Winton. Dass Er jahrzehntelang kein Aufhebens um seine Heldentaten machte, zeigt auch das Es für ihm eine Selbstverständlichkeit war Menschen die verfolgt worden waren zu helfen. Menschen vor dem grauenvollen Tode zu retten.
Wie viele Menschen schauen heute weg wenn anderen Leid angetan wird? Und wie viele sind bereit beherzt einzugreifen, mit dem Risiko selber sein eigenes Leben auf dem Spiel zu setzen. Sich für andere einzusetzen aufopferungsvoll und ohne eine Gegenleistung zu verlangen:
Solche Menschen, die mehrere Hundert Menschen vor dem Holocaust gerettet haben, sind ein Beispiel für die grenzenlose Menschlichkeit. Aber auch jeder andere der Zivilcourage zeigt, den Schwächeren hilft und selbst was riskiert, ist für die Gesellschaft ein Vorbild. "Wer auch nur einen Menschen rettet, der rettet die ganzen Welt!" stand auf dem Ring den Isaac Stern Oskar Schindler zum Abschied schenkte. Das viele verfolgte Juden, Roma und Sinti oder andere verfolgte heute noch leben oder deren Nachkommen haben wir wenigen mutigen Menschen wie Oskar Schindler oder Sir Nicolas Winton zu verdanken.

Süddeutsche Zeitung: Wie Tschechien einen 105 - jährigen Judenretter würdigt

Wikipedia: Nicolas Winton

Foto vom Wikipedia

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