Meine Zeit als Segelflieger

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Flugsportgruppe Lünen 01 0009Damals gehörte ich auch zu den Wagemutigen die den Himmel am Flugplatz Lünen Lippeweiden eroberten. Über eine AG in meiner Schule, der Geschwister Scholl Gesamtschule, bin ich in die Flugsportgruppe Lünen e.V. gekommen. Einen Segelflugverein. Das war mitte September 2001. Ich weiß noch meinen ersten Flug wo ich mitgeflogen bin. Davor bin ich noch nie geflogen in einen Flugzeug. Weder in den Urlaub oder sonst wohin. Es war ein mulmiges aber Atemberaubendes gefühl. Die Fliegerei hatte  mich gepackt. Nun stand ich in den Fußstapfen von Otto Lilienthal oder den Gebrüdern Wright. Das Segelfliegen gefiel mir und würde mir auch heute gefallen. Man wird in Sekunden mit dem Flugzeug über ein Drahtseil mithilfe der Winde ( Gefährt was ein oder zweil Drahtseiltrommeln hat ) hochgezogen auf etwa 250 bis 300 m Höhe. Beim Start geht es sehr Steil nach oben. Man merkt das wenn sich der Druck in denm Ohren schnell anpasst. So ab ca. 100 m Höhe über normal Null. Und dann begann die Platzrunde über Lünen, meiner Heimatstadt. Die Thermik zu spüren die einen in die Höhe bringt ist schon ein tolles gefühl. Ohne Motor weite Strecken mit dem Segelflugzeug zurückzulegen ist nicht einfach. Es gehört viel dazu ein Segelflieger zu sein. Das Wissen wie der Auftrieb von Flugzeugen funktioniert, das Können es zu beherrschen und der Instinkt die Thermik zu spüren. Zu wissen wo es Flächen gibt, wo warme Luftmassen aufsteigen die man zum Auftrieb des Flugzeugs benutzen kann.
Wenn man ein guter Flieger ist oder mit der Zeit geworden ist, kann man mit seinen Flugzeug Höhen weit über 2000 m erreichen, und sehr weite Strecken fliegen.

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Als ich mit meinen Vereinskameraden von der Flugsportgruppe Lünen in Sommer 2003 auf einen Sommerlehrgang in Jena Schöngleina auf dem Verkehrslandeplatz ( Dort am Platz gab es auch für Flugsportvereine ein Campingplatz mit Pool )  war, sind zwei unserer Kameraden die zuhause in Lünen waren mit ihren Segelfugzeug bis kurz vor Eisennach ( Thüringen ) gekommen. Und dann dort in ein Feld gelandet. Sie hätten es beinahe mit dem Segelflugzeug geschafft uns in Jena Schöngleina zu besuchen und dort auf dem Verkehrslandeplatz zu landen.

Ich saß als Flugschüler vorne und mein Fluglehrer saß hinten. Wir saßen meistens in den Zweisitzigen Segelflugzeugtypen ASK21 oder auch mal in dem  Duo Discus. Das gute der ASK21 ist, das er auch für Kunstlfug geeignet ist. Und dann bin ich mal mit einen Älteren Fluglehrer mitgeflogen der dann ein paar Kunstflugstücke mit mir gemacht hatte. So wie ein Looping oder über Kopf fliegen. Auch hatte er mir mal die wirkung der G Kräfte spüren lassen in engen steilen Kurven. Ich mochte dem Fluglehrer weil es mitunter sehr viel Spass machte mit ihm zu Fliegen. Er war nicht nur ein sehr guter Segelflieger sondern auch ein Experte in Segelkunstflug und ein guter Ausbilder.

Ein Segelflugzeug oder überhaupt ein Flugzeug zu Fliegen ist nicht ganz so schwer wie es aussieht. Aber man muss schon wissen wie sich ein Flugzeug beim Fliegen verhält. Wie man ein Flugzeug steuert. Was  Querneigung und Längsneigung sind oder wie man steigt oder sinkt. Oder wozu die Trimmung und die Bremsklappen sind. Ausserdem noch dazu Wissen was einen die Instrumente in Cockpit sagen. Höhenmesser, Variometer oder der Künstliche Horizont sind nur ein paar Instrumente die man lesen lernt. Der Höhenmesser gibt einem die Höhe an, das Variomater zeigt einen die steig oder die Sinkrate des Flugzeugs in Metern pro Sekunde an, und der künstliche Horizont zum einen wo man langfliegt und zum anderen welche Neigung das Flugzeug gerade hat. Nämlich ob es gerade fliegt, eine Kurve fliegt oder sinkt. An meinen 18. Geburtstag, wo ich auf Sommerlehrgang in Jena Schöngleina war durfte ich auch mal den Steuerknüppel eines Motorseglers in die Hand nehmen. Es ist ein etwas anderes Fliegen als wenn man ein Turboproptriebwerk vorne dran hat, der für den Auftrieb sorgt, bzw. für den Schub.

FSG Lünen in Jena 2003 1 0027Zu dem Zeitpunkt gab es nichts schöneres für mich als jedes Wochenende am Segelfugplatz zu sein und mit dem Segelflieger in die Luft zu gehen. Und den Himmel über Lünen und der Umgebung zu genießen. Und unter einen die Straßen, Häuser, Menschen die man kaum noch erkennen kann entlangziehen zu sehen. Man erkennt erst in der Luft wie groß doch unsere Welt ist. Die Sicht aus einer höhe von 1000 bis 2300 m auf Lünen und der weiten Landschaft drumherum ist Atemberaubend. Auch überhaupt die stille in Segelflugzeug über den Wolken zu genießen ist herrlich.

BBS Kunstlogo Björn Stankewitz Marmor

Schon mal durch Wolken geflogen. Ich schon. Es war ein Irres gefühl, Man hat nichts gesehen auser Weißen Dunst. Wolken bestehen aus Wasser, bzw. aus Eispartikeln. Es ist nichts Schlimmes durch normale Regenwolken zu fliegen. Das Risiko ist nur das man nichts sieht. Denn auch in der Luftfahrt wie im Autoverkehr gilt "Augen Auf". Man muss immer den Luftraum um sich herum beobachten. Sonst kommt es auch hier zu katastrophalen Unfällen. Gerade in der nähe zu Flughäfen, wie Dortmund oder anderen Flugplätzen wie Borkenberge, Hamm Lippewiesen oder Kamen. Denn auch hier können andere Luftverkehrsteilnehmer einen entgegenkommen. So ist es mir auch mal fasst beim Steigflug passiert. Dort kreuzte uns sehr dicht eine Sportmaschine. Zum Glück ist da nichts passiert. Und durch Gewitter durchfliegen sollte man als Segelfleiger tunichts lassen, wenn man nicht von dem Luftmassen auseinandergenommen werden will. Denn das halten normale Segelflugzeuge nun einmal nicht aus.

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Aber auch Unfälle gibt es in der Segelfliegerei. So einen Unfall habe ich leider während des Sommerlehrgangs in Jena Schöngleina selber miterlebt. Einer der Segelfleiger vom Segelflugverein Carl Zeiss Jena e.V.  ist beim Startvorgang abgestürzt. Wie konnte das Passieren? Er hing doch an der Winde oder? Während des Startvorgangs kann es auch schon mal passieren das dass Drahtseil, was einen Hochbringen soll auf die gewünschte Höhe, reißt. Das nennen die Segelflieger einen Seilriss und das Seil muss dann wieder zusammengespleißt werden. Also repariert. Soetwas passiert hin und wieder einmal. Wenn man einen Seilriss während des Startvorgangs hat lernt man bei niedrigen Flughöhen direkt Geradeaus zu landen und bei einen Seilriss weiter Höher eine verkürzte Platzrunde zu fliegen , um dann ganz normal wieder zu landen.  Nun war es so das der Kamerad nach langer Fliegerei mit dem Motorsegler wieder umstieg aufs Segelfliegen ( was ja geht, wenn man beide Privatpiloten Lizenzen hat ) und einen solchen Seilriss in niedriger Höher hatte. Anstatt dann Geradeaus tief zu landen, versuchte er in einer Höhe von ca. 50 metern eine Kurve zu fliegen und auf der Landebahn zu landen. Aber er hatte nicht genügend Auftrieb und die Tragflächen berührten den Boden. Er setzte hart auf. Das Segelflugzeug war zerstört und der Segelflieger schwer verletzt. Einer von uns Segelflugkameraden war gelernter Rettungssanitäter und war sofort zur Stelle. Wir anderen schauten auch wie wir den verunglückten Kameraden schnell helfen konnten. Der Flugbeitrieb an dem Tag sowie an darauffolgenden wurde eingestellt. Der in Jena stationierte Christoph 70 landete dort und brachte den Verletzten Segelflieger zur Uniklinik nach Jena.

FSG Lünen in Jena 2003 1 0006Das Bundesamt für Flugunfalluntersuchungen war dann auch zu Stelle um zu Recherchieren wie es zu diesen Unfall kam. Hier war es leider Menschliches Versagen. Mir ging es in dem Moment nicht mehr gut. Wie gut das man mich aufmunterte. Unfälle passieren. Aber das ist doch kein Grund aufzugeben. Ich habe die Fliegerei nicht an den Nagel gehangen nur weil ich sowas miterleben musste. Der Verletzte Segelflieger in übrigen auch nicht. Nach einer Reha ist er wieder geflogen und fliegt vielleicht auch jetzt noch. Man darf sich von so einen Rückschlag nicht entmutigen lassen weiter zu machen wenn man die Chance hat. Unfälle passieren und man musss zukünfitg nur lernen damit umzugehen.

Aber man denkt auch dann darüber nach. Aber ich war dann noch ein Jahr über in der Segelfug AG und darüber in Segelflugverein und habe die Fliegerei und die Freiheit genossen.

Doch irgendwann hatte ich kaum noch Zeit, bzw auch später andere Interessen, so das ich mich vorerst von der Fliegerei verabschiedete. Aber mal wieder mitgeflogen mit einen meiner ehemaligen Vereinskameraden bin ich mal wieder. Er hatte mit mir sogar Loopings geflogen, was mir viel Spass machte. Mitunter brauche ich mal so einen Adrenalinkick. Und mal einen kurzen Moment die Schwerelosigkeit spüren macht auch spass.

Aber wer weiß. Vielleicht fliege ich demnächst irgendwann mal wieder.

Wenn ihr auch interesse an der Fliegerei habt, die Flugsportgruppe Lünen e.V. bietet Gastflüge an. Schaut doch mal rein, Und vielleicht lässt sich der ein oder andere von der Segelfliegerei begeistern und wird auch ein Segelflieger oder Motorflieger!

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