Historische Spuren in Berlin

Historische Spuren in Berlin

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Jede Stadt hat ihre Geschichte. Und hat auch viele Spuren in unserer Weltgeschichte hinterlassen. Ob es Köln ist oder London oder Paris. Oder auch kleinere Städte wie Dortmund oder Münster. Aber in Deutschland hat keine Stadt so besondere und wichtige Spuren hinterlassen als Berlin. 

 

 

Historische Spuren in Berlin

Berlin Mitte 20141128 121552 BBS

Jede Stadt hat ihre Geschichte. Und hat auch viele Spuren in unserer Weltgeschichte hinterlassen.
Ob es Köln ist oder London oder Paris. Oder auch kleinere Städte wie Dortmund oder Münster.
Aber in Deutschland hat keine Stadt so besondere und wichtige Spuren hinterlassen als Berlin.

Berlin ist Bundeshauptstadt, Regierungssitz, Film und Fernsehstadt, Touristenmagnet und Aushängeschild.
Die einst so kleine Stadt an der Spree ist im Laufe der Jahrhunderte zu einer der größten europäischen Metropolen geworden.
Natürlich muss ich als Ruhrpottler sagen das auch der Ruhrpott als zusammenhängenden Region mit zu den größten Metropolen in Europa zählt. Doch welche historischen Spuren hat Berlin in unserer Geschichte hinterlassen.
Ich könnte hier jetzt lange ausholen und aus dem Buch der Weltgeschichte erzählen.
Aber worauf ich hinaus will sind eher die historischen Spuren vergangener Jahrzehnte bzw. des letzten Jahrhunderts.

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Spuren die heute noch Sichtbar sind, bzw. noch durch Denkmäler Geschichten erzählen. Anfangen tue ich hier mit dem Berühmtesten aller Bauwerke in Berlin, mit dem Brandenburger Tor.
Das 1788 bis 1791 auf Anweisung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm ll von Carl Gotthard Langharns erbaute Brandenburger Tor hat schon viele Ereignisse Deutschlands überstanden wo es im Mittelpunkt stand. Von der Machtergreifung Hitlers mit dem Fackelzug der SA zum Adolf Hitler platz (heute Theodor Heuss Platz) über das Ende des Zweiten Weltkriegs wo es teilweise zerstört wurde bis hin zur Wiedervereinigung Deutschlands wo die Menschen den Frieden und die Freiheit Europas feierten. Nach dem Zweiten Weltkrieg markierte dass Brandenburger Tor die Grenze zwischen Ost und West. Es war ein Symbol des kalten Krieges geworden zwischen der Nato und dem Warschauer Pakt.

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Heute ist es so selbstverständlich durch die Säulen des Brandenburger Tores zu gehen wie ein Spaziergang durch die Stadt Berlin selber. Doch diese Freiheit hatten wir nicht immer. Denn mehr als 40 Jahre lang durften nur Grenzsoldaten und hohe Staatsgäste der DDR in den genuss kommen.

 

Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker sagte dazu nur

"Solange das Brandenburger Tor verschlossen ist, ist die Deutsche Frage offen!

Die Luftbrücke nach Berlin

Während des Kalten Krieges gab es mehrere Ereignisse die beinahe zum dritten Weltkrieg geführt haben.
Ein weiterer Zeuge dieser Ereignisse ist ein Rosinenbomber ( Eine Maschine vom TpDouglasC-47 skytrain) am ehemaligen Flughafen Tempelhof.

 Sowjetisches Ehrenmahl in Berlin 20141201 123356 Berlin BBS

Denn dieser Rosinenbomber stand im Mittelpunkt der Aufrechterhaltung West-Berlins während der Blockade Berlins durch die Sowjets Denn bei der Festlegung der Sektoren waren zunächst keine Regelungen über die Verkehrswege getroffen worden. Im November 1945 wurden dann drei Luftkorridore von Hamburg, Hannover und Frankfurt am Main aus nach Berlin vereinbart.
Nach Kriegsende schwand der Zusammenhalt der früheren Anti-Hitler-Koalition zunehmend und das Konfliktpotential zwischen den sich bildenden Blöcken trat zutage, sodass der Ost-West-Konflikt sich abzuzeichnen begann. Die Differenzen zwischen den westlichen Besatzungsmächten, den USA, Großbritannien und Frankreich einerseits und der Sowjetunion andererseits, wuchsen, bis sie sich im Frühjahr 1948 zuspitzten.„

(Ausschnitt von Wikipedia)

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In der Zeit von 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 wurde West Berlin (das sich ja mitten in der DDR befand) durch die Sowjetunion völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Es gab von den Alliierten keine Möglichkeit mehr Westberlin mit Lebensmitteln zu versorgen auf dem Land und Wasserweg. Auch Strom gab es nur noch rationiert. Denn die Stromversorgung war bisher von Kraftwerken in der Sowjetzone Berlins sichergestellt gewesen. Diese Blockade war eine folge der Währungsreform in der Westzone. Etwa 2,2 Millionen Menschen lebten in Berlin und waren von der Lebensmittelversorgung von außen abhängig. Denn Berlin war immer noch ein großes Trümmerfeld. Vieles musste noch von außerhalb besorgt werden. Doch Berlin war nun abgeschnitten. Die Blockade war größtenteils nur auf dem Güterverkehr beschränkt zwischen Ost und West Berlin und den restlichen westlichen Besatzungszonen. Nicht jedoch der Personenverkehr. Denn S-Bahnen verkehrten noch weiter. Auch die Bevölkerung und Firmen konnten noch in Ostberlin Einkaufen. Doch womit? Denn in der Ostzone gab es nur die Ost-Mark. Es war ein Lockmittel der Sowjets das die Westberliner sich dort Registrieren ließen um dort Lebensmittelmarken einzutauschen. Doch das machte kaum jemand.
Die Westmächte standen vor der Entscheidung Westberlin aufzugeben oder dort zu verbleiben. Doch der Militärgouverneur der amerikanischen Zone Lucius D. Clay war einer der Befürworter in Berlin zu verbleiben.

 

Er war der Meinung das ein Zurückweichen in Berlin zu einen weiteren vordringen der Sowjetunion führen würde, und konnte sich auf die Truman - Doktrin berufen, die als Mittel im Kampf gegen den Kommunismus diente. Er wollte zuerst mit einen bewaffneten Konvoi die Blockade durchbrechen. Doch US Präsident der ein Risiko einer Provokation für ein beginn eines weiteren Krieges darin sah, lehnte dies ab.
Im Juli 1948 waren als Machtdemonstration drei Groups Langstreckenbomber B-29 der US - Airforce nach Europa überführt worden. Eine davon war auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck in Bayern stationiert worden.
Am 25. Juni 1948 befahl der General Clay die Luftbrücke um Berlin mit allen Nötigen an Lebensmitteln zu versorgen. Die erste Maschine für die Luftbrücke startete am 26. Juni 1948 zum Flughafen Tempelhof. Auch die Briten fingen mit der Luftbrücke zwei Tage später an. Die Briten nutzten den Flughafen Gatow und mit Wasserflugzeugen auch die Havel. Die Franzosen flogen den einst zur Luftbrücke errichteten Flughafen Tegel an. 83 Menschen kamen durch die Luftbrücke bei Abstürzen oder Unfällen ums Leben. Da die westlichen Besatzungszonen mit der Luftbrücke zeigten das Sie Berlin längerfristig versorgen konnten, hoben die Sowjets auf Grundlage des Jessup-Malik Abkommens die Blockade Berlins am 12. Mai 1949 auf.
Der US Kommandant Lucius D. Clay verließ nach dieser Mission Berlin.

 Sowjetisches Ehrenmahl in Berlin 20141201 123504 Berlin BBS

Ende der Blockade in Berlin

Während der Blockade wurde über Berlin aber auch über ganz Deutschland verhandelt. Die Russen zeigten das Sie mehr wollten als damals!
Am 9. September 1948 hielt der damals regierende Bürgermeister Ernst Reuter die wohl bis heute berühmteste Rede vorm Reichstag. Hier der wichtigste Ausschnitt aus seiner Rede vom 9. September 1948:

 

„Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt und erkennt, dass ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt! Es gibt nur eine Möglichkeit für uns alle: gemeinsam so lange zusammenzustehen, bis dieser Kampf gewonnen, bis dieser Kampf endlich durch den Sieg über die Feinde, durch den Sieg über die Macht der Finsternis besiegelt ist.„

Die ganze Rede könnt Ihr hier nachlesen: Berlin.de

Der Mauerbau in Berlin


Auf der Tagung der politischen Führungschefs der Staaten des Warschauer Vertrages vom 3. bis 5. August beschlossen die Machthaber der Ostblockstaaten den Mauerbau. Noch Wochen zuvor hatte der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht geleugnet das es Pläne für einen Mauerbau gibt.

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Auf eine Anfrage der Frankfurter Rundschau einer internationalen Pressekonferenz am 15. Juni 1961 sagte Walter Ulbricht:

„Ich verstehe Ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Mir ist nicht bekannt, dass [eine] solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft dafür voll ausgenutzt wird, voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“

(Anmerkung des Autors: Zu diesen Zeitpunkt wusste Walter Ulbricht vielleicht tatsächlich noch nichts von diesen Plänen der Sowjetunion und den Ostblockstaaten)

 Tour Berlin Mitte 20141130 124818 Berlin BBSDie westlichen Mächte waren zwar schon über drastische Maßnahmen über die Abriegelung von West - Berlin informiert. Doch über den konkreten Zeitpunkt und über das Ausmaß der Maßnahmen waren Sie überrascht. Auch der BND war schon Mitte Juli bereits über mögliche Maßnahmen zur Abriegelung informiert. In einen Wochenbericht des Bundesnachrichtendienstes vom 9. August 1961 hieß es:

„Vorliegende Meldungen zeigen, dass das Pankower Regime sich darum bemüht, die Einwilligung Moskaus für die Inkraftsetzung durchgreifend wirksamer Sperrmaßnahmen – wozu insbesondere eine Abriegelung der Berliner Sektorengrenze und die Unterbrechung des S- und U-Bahn-Verkehrs in Berlin gehören würde – zu erhalten. […] Es bleibt abzuwarten, ob und wie weit Ulbricht […] in Moskau […] mit entsprechenden Forderungen durchzudringen vermochte.“

In der Nacht dann vom 12. auf dem 13. August 19861 begannen dann 5000 der NVA, 5000 Angehörige der Schutz und kasernierten Volkspolizei und 4500 Angehörige der Betriebskampfgruppen die Straßen und Gleiswege nach West-Berlin abzuriegeln.

Damit begann der Mauerbau. Präsent und gefechtsbereit hielten sich auch sowjetische Truppen an den Grenz- und Kontrollpunkten.
Alle Verkehrsverbindungen, S und U-Bahn Verbindungen eingeschlossen wurden unterbrochen. Familien und Angehörige wurden getrennt. Denn keiner durfte mehr nach West Berlin rein noch raus. Die Situation verschärfte sich als Menschen noch versuchten zu fliehen. Denn die Grenztruppen hatten Schießbefehl und durften jeden erschießen der Fliehen wollte. Fenster und andere Wege die an der Grenze lagen wurden zugemauert und erschwerten Fluchtversuche. Die Mauer wurde weiter ausgebaut zur Deutsch Deutschen Grenze zwischen Ost und West. Die westlichen Mächte waren über diese drastische Maßnahme Moskaus schockiert. Selbst der regierende Bürgermeister von Berlin und spätere Friedensnobelpreisträger und spätere Bundeskanzler Willy Brandt musste Machtlos beim Mauerbau zusehen. So hatte die Spaltung Berlins und Deutschland durch den Mauerbau einen endgültigen bestand. Denn kaum einer rechnete hier noch mit der Wiedervereinigung.

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Herbstrevolution und Wiedervereinigung

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Durch die Flüchtlingswelle über Drittstaaten in Richtung BRD, sowie der Lockerung der Reisegesetze und der Maueröffnung am 9. November 1989 sowie der grundsätzlichen politischen Frage der SED Führung die Kommunalwahlen fälschte und sich dadurch Menschen zu neuen Parteien wie das "Neue Forum" oder der "Ost SPD" zusammenfanden eine Friedliche Revolution. Auch angefangen bei den Montagsdemonstrationen in Leipzig oder anderen Ostdeutschen Städten. Man misstraute der Diktatur der DDR und protestierte.
Der 40 jährige Republikgeburtstag am 7. Oktober 1989 der DDR fand schon unter Protesten und polizeilichen *Übergriffen statt. Zwei Tage später gingen 70.000 Menschen in Leipzig auf die Straße. Mit den Parolen "Keine Gewalt, auf die Straße" zügelten Sie sich und signalisierten eine friedliche Revolution. Durch diese Demonstrationen fiel das SED Regime in sich zusammen. Erich Honecker wurde abgelöst und durch Egon Krenz ersetzt. Der Stasi Apparat wurde von wütenden Demonstranten aufgelöst. Nach der Maueröffnung und den besuchern von Ostdeutschen Bürger und Bürgerinnen in Westen, änderten sich die Slogans auf den Demonstrationszügen von "Wir sind das Volk" in "Wir sind ein Volk". Der Wille der Deutschen Einheit war im Volk größer den je.

Sowjetisches Ehrenmahl in Berlin 20141201 124104 Berlin BBSDie Verhandlungen über die Wiedervereinigungen begannen. In der Nähe des Brandenburger Tores findet man eine Platte mit einen historischen Satz. Einer Aufforderung von US Präsident Reagan, anlässlich eines Berlin Besuches am 12. Juni 1987 an Michael Gorbatschow:

“Mr. Gorbatschow, Open thisgate! Mr. Gorbatschow, tear down thiswall!
„Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor! Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein!“

 

Die Deutsche Einheit

Einer der Wegbereiter der Einheit war der Bundeskanzler Helmut Kohl. Er war maßgeblich an der Wiedervereinigung Deutschlands beteiligt. Aber nicht nur Er, es gab viele Wegbereiter und Architekten der Deutschen Einheit! Nach der Zustimmung der vier Besatzungsmächte sowie langen Verhandlungen mit dem russischen Ministerpräsidenten Michael Gorbatschow und Besuchen in der DDR, war es am 3. Oktober 1990 soweit. Die Deutsche Einheit war vollzogen, der Frieden und die Freiheit waren nach Deutschland zurückgekehrt,
nach der Wiedervereinigung zog die Regierung später dann von Bonn in den Wiederaufgebauten Reichstag ein nach Berlin. Somit steht Berlin wieder in Mittelpunkt Deutschlands als Regierungssitz, Touristenmagnet, Medienstadt, Universitätsstadt, Diplomatenstadt mit den Botschaften sowie als eines der bedeutesten Weltstädte in der Welt. An den Zweiten Weltkrieg und an den Folgen wird man in Berlin an vielen stellen erinnert. Unter anderen auch in das von Peter Eisenmann entworfene Holocaust Memorial in Berlin in der Nähe des Reichstags mit seinen mehr als 2700 Steelen die aus den Boden ragen und dem unterirdischen Museum das den Holocaust in Deutschland und Europa dokumentiert.

 Berliner Holocaust Memorial 20141128 124600 BBS

Sichtbare Spuren in Berlin

In Berlin haben viele Menschen und Persönlichkeiten ihre Spuren hinterlassen. Ob gute oder schlechte.
Aber Berlin ist nur ein Beispiel von vielen Städten die Interessant sind um Geschichte zu sehen und zu erleben.
Und vor allen Dingen eines: "Um aus der Geschichte zu lernen!"
Denn das sind wir unseren Menschen die in kriegen, Revolutionen oder bei Hilfsaktionen gefallen sind schuldig.
Seht in die Vergangenheit und erkennt die möglichen Parallelen in unserer Gegenwart. Und verhindert das sich die schrecklichen Ereignisse von damals wiederholen! Denn es gibt leider viele Menschen die nicht aus der Geschichte gelernt haben oder Sie nicht anerkennen!

 Videobustour Zeitreise Berlin 20141129 134118 Berlin BBS

Kunstvolle Zeitreise durch Berlin

Während meines Berlin Aufenthalts Anfang Dezember, habe ich unzählige Fotos gemacht und ich war ja unter anderen wegen des Förderpreises helfende Hand 2014 dort in Berlin eingeladen als Demokratie Berater für das THW und in Zuge dessen nahmen wir auch an einer Videobustour teil. Sie führte uns mit Videoausschnitten in die Geschichte Berlins während wir mit den Bus an die Orte gefahren sind, wo sich diese Ereignisse abgespielt hatten. Hier hatte ich schon die erste Idee für den Film "Eine kunstvolle Zeitreise durch Berlin"

Ich habe meine Fotografien zu HDR Aufnahmen aufgearbeitet und Archivmaterial zu einen Film zusammengeschnitten der einblicke auf Berlin wirft wie Sie Berlin noch nicht gesehen haben. Ich hoffe es gefällt ihnen.

 

In meiner Galerie könnt ihr euch die Bilder von Berlin ansehen: Kunst in Berlin

 

 

 

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